2009/11/05

delay again



Freunde, die nächsten 7 Tage findet hier Pause statt. Das Blog liegt brach. Damit der elektrische Boden, den ich hier regelmäßig bestelle, gleichermaßen regeneriert wie ich das hoffentlich tun werde. Dazu essen wir Heilbutt, atmen Salzluft und lesen über Weimar. Prominente werden natürlich digitalfotographisch erschossen, sofern sie mir begegnen und aus ihren reetgedeckten Millionenhäuschen stolpern. Obschon: Ich habe kein Tele, nur Weitwinkel. Der BILD-Lesereporter ginge natürlich näher ran, die Handywaffe drohend vor die Brust haltend. Das liegt mir aber fern. Laberlaber.

the billion dollar gram



via

2009/11/04

what the F happened to ministerialbürokratie?

Freunde, wie die Deutschen jetzt auf Nachfrage der Bundestagsfraktion Die Linke von ihrer Bundesregierung erfahren durften, ist etwas Mysteriöses geschehen mit unserer Ministerialbürokratie.

Die gefährlichen Kommunisten wollten von der Regierung erfahren, in welchem Umfang diese und andere verantwortliche Gesetzes- und Verordnungsstricker in der Vergangenheit Aufgaben an Private delegierten. Konsequenterweise wurde gleich mitgefragt, ob unsere Ministerien denn noch arbeitsfähig seien, worauf - soviel sei vorweg genommen - natürlich klugerweise nicht geantwortet wurde. Darüber hinaus wurden dann noch viele andere Dinge gefragt (deshalb heißt der Vorgang wohl auch "Kleine Anfrage").

Jedenfalls: Die Bundesregierung antwortet kurz und leicht angesäuert, verweist im wesentlichen auf einen umfangreichen Anhang. Das spart Zeit, Buchstaben und Nerven.

Die exekutiven Damen und Herren präsentieren so in Anhang 1 eine Tabelle, die die Anzahl der Gesetze anzeigt, an denen "Private" seit 1990 mitarbeiteten.

Interessant ist nun folgendes:
Vor dem Jahr 2000 wurde nur in einem einzigen Fall unter Mithilfe externer Dienstleister ein Gesetz formuliert (das Umweltministerium nahm sich 1991 unspezifizierter Hilfe an).
Nach dem Jahr 2000 zählt der Leser 60 Gesetze, an denen Private mitgearbeitet haben. Bei der Hilfebedürftigkeit Spitzenreiter ist wiederum das Umweltministerium (35), gefolgt von Verkehr (10), Innereien (5) und Penunzen (4).

Entsprechend verteilen sich auch die Kosten, wobei die Preise für die Dienstleistungen an Innereien und Finanzen leider nicht transparent sind, sondern geschwärzt. Die Bundesregierung ist der Meinung, die Kosten, die unter Federführung der Herren Schäuble und Guttenberg angefallen sind, seien "VS", vertraulich.

Deshalb können wir auch nicht erfahren wieviel Freshfields Bruckhaus Deringer und Linklaters LLP für die Finanz- und Kreditmarktrettung erhalten haben.
Man darf aber z.B. lesen, dass die Kanzlei Hölters & Elsing knapp 1,1 Mio. Euro für ergänzende Beratung im Rahmen der Erarbeitung des Entwurf eines Gesetzes zur Neuorganisation des Bundes erhielt.

Was ist nun passiert nach 2000?
Wieso dieser exponentielle Quantensprung in Richtung Outsourcing von Gesetzesschreibkunst?

Die Antwort wird hier nicht gegeben. Man sollte aber Überlegungen anstellen.

Möglichkeit 1:
Die zu normierenden Sachlagen (die Umwelt) sind (ist) ungleich komplexer geworden seit 2000. Plötzlich. Internet, Globalisierung etc., alles wird komplizierter, man muss schneller reagieren, Mittagspause in Gefahr.

Möglichkeit 2:
Die Performanz der Ministerialbürokratie in Sachen verfassungsfester Normkonstruktion hat abgenommen - dies wurde von ihren Vorstehern erkannt, Maßnahmen wurden ergriffen.
Entweder weil es 1) zu wenig Ministerialbürokraten gibt (hohe Staatsquoten gelten hierzulande i.d.R. als unsexy) oder aber 2) eine ausreichende Menge Ministerialbürokraten immer weniger performant (dümmer) geworden ist.

Zumindest was die zweite Möglichkeit angeht, bringt die Antwort der teilweise Bundesregierung Aufschluss:

Seit 1991 sind im Umweltministerium roundabout 100 Beamte weniger angestellt, im Verkehrsministerium sind knapp 300 Beamte weniger anzutreffen, bei den Finanzen etwa 150. Nur im Innenministerium ist Zahl der Beamten seit 1990 nahezu gleich geblieben. In allen Ministerien ist die Zahl der Beamten seit 1991 von 15.445 auf 13.897 gesunken.

Freunde, keine Korrelation, keine Kausalität. But still: viele Fragen offen. Zum Beispiel: Why?

2009/11/03

liebeslied

Freunde, Sebastian feiert gerade die Talking Heads. Ich feiere mit, soppa Band. Mein most favorite Byrne-Song heißt This Must Be The Place (Naive Melody). Und wenn das richtig war, was ich irgendwo gelesen zu haben glaube, dann ist dieser der einzige von Byrne geschriebene echte Song über die Liebe. David schreibt außerdem ein kluges Journal sowie Bücher über seine zweite große Leidenschaft, das Fahrrad fahren. Also, Freunde, liebt mit, große Kunst, feine Lyrik, schöne Tanzeinlage.



Das Original:



Die Cover-Version:



P.S.: Konnte den Koalitionsvertrag nicht zuende lesen. Augenschmerzen. Ist außerdem bloß diffuse Dispositionsmasse, die unter Finanzierungsvorbehalt steht. Wir haben nichts zu befürchten. Alles wird gut.

2009/11/01

rap

2009/10/30

die verrückten rechteinhaber V

Freunde, die Rechteverwerter staunen: die Rechteinhaber werden immer durchgeknallter, geben Kunstprodukte einfach so raus, in die Welt, mit Kultursuizid kokettierend. Der Untergang naht, heute mit: Yeasayer.

via

2009/10/28

die verrückten rechteinhaber IV




Freunde, Station 17 spendieren einen Song:

Station 17 - Die Antwort Auf Das Licht (Frittenbude Rmx)

2009/10/27

der vertrag (teil I)

(WARNUNG: Dies wird eine individuelle, öffentlich zur Schau gestellte Meditation über Politikwahnsinn mit ziemlich viel Verdruss, zynischen Zwischenrufen und sarkastischen Lobgesängen, die ich aus einem ehrlichen Interesse an den Plänen dieser Regierung verfasse. Es wird ungeheuer lang, obwohl ich richtig viel unprofessionell ignoriere/übergehe. Das muss niemand lesen. Einige Sachen sind aber ganz bemerkenswert. Ich wünsche: unendlichen Spaß.)

Freunde, wir schauen uns das an.

Heute Teil I, die Seiten 1 bis X [52] (von 124). Diese sind überschrieben mit Wohlstand für alle und das Kapitel nimmt den größten Teil des Koalitionsvertrages ein. Es folgen noch die Kapitel Bildungsrepublik Deutschland, Sozialer Fortschritt, Freiheit und Sicherheit sowie Sicherer Frieden und Verfahren und Ämter.

Nun also Wohlstand für alle. Wäre dieser schöne Slogan nicht durch den Untertitel Durch nachhaltiges Wirtschaften entschärft, hätten wir bereits an feinsten Agitprop à la Linkspartei denken können - wir erinnern uns: die Kommunisten wollten nicht Wohlstand, sondern Reichtum für alle. Höchstwahrscheinlich durch Umverteilung, das wurde offen gelassen. Aber zumindest vermuten wir zugunsten der schwarz-gelben Bürgerlichen mal einen qualitativen Unterschied.

Achja, apropos Slogan: Die ganze Schose soll WACHSTUM.BILDUNG.ZUSAMMENHALT. bringen.

Aber jetzt mal Inhalt.

Es geht los mit einem Lob auf die Soziale Marktwirtschaft. Was auch immer das nun ist, es soll zu großem Wohlstand breiter Bevölkerungsgruppen und einem einmaligen sozialen Frieden geführt haben. Die Koalition will zu Aufschwung kommmen. Dazu brauche es Vertrauen bei Bürgern und Unternehmern, das nicht durch Entzug von Kaufkraft oder Kürzungen bei öffentlichen und privaten Investitionen gefährdet werden dürfe.

Man will der Krise mit einer Strategie der Stärkung und Verlässlichkeit antworten, die auf drei Ansätzen beruht, die natürlich zentral sind für die Strategie:

1. Motivation und Leistungsbereitschaft der AN und AG schnell und deutlich stärken, indem Steuern gesenkt, Hemmnisse abgebaut und Anreize geschaffen werden.
2. Nachhaltiger Kurs der Sparsamkeit, Transparenz der öffentlichen Finanzen, verlässliche Konsolidierung.
3. Beschäftigungssicherung sowie Unternehmenshilfe.

Damit der Staat sich bei Wirtschaftsunternehmen und Finanzinstituten nicht allzu breit macht, will man mit einer Ausstiegs-Strategie beginnen.

Weiter wollen die Damen und Herren: Mehr Netto vom Brutto (also Wohlstand für alle).
Steuerpolitik sei Wachstumspolitik. Sie helfe allen zu mehr [Platzhalter für irgendetwas Gutes].

Schlimm sei nicht nur die Höhe der Steuer- und Abgagenlast, sondern auch die Komplziertheit des deutschen Steuerrechts. Deshalb wolle man, dass die Steuern einfach, niedrig und gerecht sind. (Das wollen wir natürlich alle.)

Die paritätisch finanzierten (!) LNK sollen unter 40% gehalten werden.

Weiter heißt es:
Die steuerlichen Entlastungen schaffen die nachhaltige Grundlage für gesunde Staatsfinanzen.
(Hicks. Kicher.)

Und man freut sich, dass Rot-Schwarz vorgearbeitet hat, weil [...] durch die erweiterte Absetzbarkeit der KV-Beiträge und den Einstieg in die Beseitigung der kalten Progression eine Steuerentlastung in Höhe von rund 14 Mrd. Euro jährlich zum 01.01.2010 verwirklicht wird.

(Merke: Die Progression ist nur dann kalt, wenn die Löhne steigen. Ansonsten lässt sie den AN weitgehend kühl...)

Dann wird meinem Verstand gespottet:
Wir wollen darüber hinaus eine steuerliche Entlastung insbesondere für die unteren und mittleren Einkommensbereiche sowie für die Familien mit Kindern in einem Gesamtvolumen von 24 Mrd. Euro im Laufe der Legislaturperiode umsetzen.
(Aber liebe Koalitionäre, die Familie mit zwei Kindern und Durchschnittsverdiener zahlt leider soviel Steuern, dass sie insbesondere durch steigende Sozialversicherungsbeiträge extrem entlastet wird...)

Es geht weiter mit Geschenke auspacken:
Zum 01.01.2010 soll der Kinderfreibetrag auf 7008,- Euro und das Kindergeld um 20,- Euro erhöht werden.
(Nur dumm, dass ich bald 25 werde. Da hat Vati nix von, gar nix!)

Man will auch den Einkommenssteuertarif zu einem Stufentarif umbauen. Hier freut sich die FDP, die 15/25/35% vorschlug.
Das Paradies tritt jedoch nur möglichst zum 01.01.2011 in Kraft. Bitte beten. Und Post an Schäuble schicken. Der hatte das möglichst nämlich betont. Aus Angst. Oder Weisheit.

Es folgen Details zur Steuerpolitik. (Geschenkt)
Die Erbschaftssteuer wird einfacher, sicherer, gerechter. (und natürlich weniger, damit sich Leistung wieder lohnt und gesellschaftliche Stratifikation zementiert wird).
Unternehmenssteuern sollen wie Erbschaftssteuern werden, weil wegen des Standorts. Ditte aber bitte aufkommensneutral, so steht es geschrieben.
Interessantes Detail: die erste Kommission taucht im Vertrag auf. Sie soll Vorschläge zur Neuordnung der Gemeindefinanzierung erarbeiten. Da war doch was?

Die nächste Kommission folgt zugleich. Sie soll die (ermäßigten) Mehrwertsteuersätze (z.B. Bücher ohne Sex, Zahntechnikerleistungen etc.) auf den Prüfstand stellen.

Hier kommt auch gleich die nächste Lobby zum Zug (bei den Steuerdetails hatten sich bereits die privaten Steuerberater gefreut): Beherbergungsleistungen in Hotel- und Gastronomiegewerbe sollen auf 7% ermäßigt werden, wegen der europäischen Wettbewerbssituation. (Der Euro-Binnenmarkt, er hat auch seine Vorteile, na also).
Dann wird künftig noch die Briefmarke teurer.

Dann: Bürokratie soll abgebaut werden.
Z.B. durch einer Reduzierung der Informationspflichten der Wirtschaft um 25%. Im Subtext stöhnt man hier über eine (immer noch) zu hohe Staatsquote. Regeln nur da, wo sie sinnvoll sind. (Ja!) Genehmigungsverfahren schneller, Vergaberecht leistungsfähiger [wird evaluiert], Unternehmenskredite leichter usw. usf. usw. usf.

Nächster großer Punkt: Haushalt und Finanzen.
Da soll es solide und generationengerecht zugehen. Und es werden einige Goldene Regeln formuliert. Interessant:
Alle Maßnahmen des Koalitonsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt.
(Achso! Da versteht man den Vertrag gleich viel besser...)

Auch interessant:
Neben den Bankenrettungsschirm gesellt sich der Sozialversicherungssystemrettungsschirm. Über Steuermittel sollen die Beiträge stabil gehalten werden. (Prost!) Helfen soll dabei ein auf diesen Zweck ausgerichtetes Schonvermögen. (Schattenhaushalt? In der Sonne? Wie? Wa?)

Ansonsten nur blabla und ordentlich heiße Luft zwischen den Zeilen, dass die sich biegen und die Druckerschmiere verläuft. 166mhz weiß jetzt nun leider nicht, wie das alles fluppen soll mit Steuerparadies, Geschenke, Sozialrettungsschirm, Schuldenbremse, Wachstum und dergleichen. Ein trade-off-Dschungel ohne Buschmesser hinterlassen die Koalitionäre da in ihrem Textungeheuer.

And the beat goes on: Der Arbeitsmarkt.

Wie überraschend: Man bekennt sich zur Tarifautonomie (die leider nicht mehr so viel bringt wie vor 30 Jahren, aber das ist natürlich Schnurz) und glaubt an den arbeitsplatzvernichtenden Teufel, der sich Mindestlohn auf die Hörner geschrieben hat.

Die bestehenden Regelungen zu den branchenspezifischen Mindestlöhnen will man dahingehend - Trommelwirbel! - evaluieren (Frage mich schon, ob die evtl. noch studentische Hilfskräfte suchen, bei soviel Evaluationslast? Ich bin billig und flexibel - Mini-Jobber!), ob sie Arbeitsplätze gefährden oder neuen Beschäftigungsverhältnissen entgegenstehen (Credo: Jede Arbeit ist besser als keine Arbeit).

Mein Lieblingskoalitionswitz an dieser Stelle:
Die Rechtsprechung zum Verbot sittenwidriger Löhne soll gesetzlich festgeschrieben werden, um Lohndumping zu verhindern. Damit werden wir auch wirksam gegen soziale Verwerfungen in einzelnen Branchen vorgehen.
Sehr schönes Beispiel für einen Fall, wo Otto-Normal-Bürger denkt: Ja, suppa!
Wer aber die Rechtsprechung zum Verbot sittenwidriger Löhne kennt und die enschlägigen Gesetzeskommentare zum entsprechenden BGB-Passus liest, weiß: dat bringt dem AN nix und soziale Verwerfungen werden damit insbesondere dann nicht bekämpft, wenn der Tariflohn bei 6-7 Euro dümpelt. Insofern: Klarer Fall von schwarz-gelbem Linksparteipopulismus bzw. -zynismus. Wer gegen sittenwidrige Löhne vorgehen will, muss Mindestlöhne einführen und nicht Symbolpolitik durchführen, die den Wähler verscheißert. So einfach ist das.
Ansonsten bleibt die Koalition im Bereich Arbeitsmarkt verblüffend innovationsarm. (vermutlich fehlten die Anreize)

Letzter Punkt für heute:
Unser liebes Klima, die Umwelt und die Energie.
Es soll alles nachhaltig voran gehen. Man hält am 2-Grad-Ziel fest, Emissionen der I-Staaten um 80% runter bis 2050, Deutschland soll bis 2020 um 40% ggü. 1990 reduzieren. Löblich, löblich. Allein: der Weg dorthin scheint bemerkenswert.
Man ist gegen die Einführung von Klimazöllen und CO2-Abgaben. Energieintensive Unternehmen sollen von der Versteigerung der Emmissionsrechte ausgenommen bleiben.
Innerhalb des nächsten Jahres will die Regierung ein Energiekonzept vorlegen. EE sollen ausgebaut und Energieeffizienz erhöht werden, um zu einem dynamischen Energiemix zu kommen. EEG soll weiter leben, aber effizienter und wirtschaftlicher. Im 3-Jahres-Zyklus sollen die EEG-Erfahrungen evaluiert werden. Mit der Solarindustrie will man darüber reden, wie man Überförderungen vermeiden kann. (very polite indeed, ladies and gents)
Man will auch weiterhin Kohlekraftwerke bauen, allerdings nur hocheffiziente. Die Kernenergie wird zur Brücke, auf der wir tanzen dürfen. Der Müll wird verantwortungsvoll verstaut. Das Gorleben-Moratorium wird aufgehoben und eine International Peer Review Group (uiuiui!) schaut sich den Stock mal an - öffentlich und transparent. Asse II und Morsleben sollen geschlossen werden, an den Kosten will man im Asse-Fall die Energieversorger beteiligen.

[to be continued]

"wir sind gewählt, aber nicht gesalbt" (guckst du bundestag)

Freunde, bundestag.de macht Fortschritte. Zwar ist die Seite auch nach dem Relaunch vor einiger Zeit meiner Meinung nach immer noch nicht das Paradebeispiel für ergonomisch geschmeidige Usability oder wie man das nennt, sondern viel zu oft Ort der Querverweisverwirrung und langwieriger Suchanstrengung. Aber zumindest mehr Video gibt es jetzt. Jeder Abgeordnete bekommt so seinen eigenen RSS-Feed. Und da werden dann bebildert die Reden des Mandatsträgers hinterlegt. Wie schön, dass man die mehr oder minder hörens- und sehenswerten Ergüsse dann sogar via html in Blogs einbinden kann.

Einige kluge Sätze sagte der neu wiedergewählte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) heute morgen. Zum Beispiel mokierte er die beliebte Marotte unserer Volksvertreter, Reden zu Protokoll zu geben, wenn der Feierabend naht, und so die öffentliche Debatte zum pdf-Dokument gerinnen zu lassen. Dabei befindet unser Grundgesetz, Art. 42 Absatz I frecherweise: "Der Bundestag verhandelt öffentlich."
Darüber hinaus gab es Kritik am Sendegebahren unserer lieben Öffentlich-Rechtlichen. Ab 4:40 Minute...

perlmutt



Song haut mich nicht wirklich komplett vom Drehstuhl, aber die Bilder sind natürlich schön. Dominik Eulberg kooperiert hier mit Natur- und Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann. Single ist auf Traum erschienen.

P.S.: Ja, ick lese den Vertrag.
P.P.S.: 166mhz ist Mitglied beim BUND und möchte die Natur erhalten.

2009/10/25

ein vertrauensmann



Aus der Wikipedia:
"Am 2. Dezember 1999 wurde Schäuble im Rahmen einer Sitzung des Deutschen Bundestages durch Zwischenrufe des Abgeordneten Hans-Christian Ströbele auf seine Kontakte zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber angesprochen. Wolfgang Schäuble äußerte in öffentlicher Sitzung vor dem Deutschen Bundestag, er habe „irgendwann im Spätsommer oder im Frühherbst 1994“ bei „einem Gesprächsabend in einem Hotel in Bonn […] einen Herrn kennengelernt, der sich mir als ein Mann vorgestellt hat, der ein Unternehmen leitet. Ich habe später festgestellt, daß es dieser Herr Schreiber war. […] Auf der damaligen Veranstaltung bin ich Herrn Schreiber begegnet. Das war es.“

Am 10. Januar 2000 räumte Schäuble ein, von dem inzwischen zur Verhaftung ausgeschriebenen Waffenhändler Karlheinz Schreiber im Jahre 1994 eine Bar-Spende von 100.000 D-Mark für die CDU entgegengenommen zu haben. Am 31. Januar 2000 gab er ein weiteres Treffen mit Schreiber im Jahr 1995 zu. Die Schatzmeisterei der CDU habe den Betrag als „sonstige Einnahme“ verbucht.

Schäuble behauptete, dass er das Geld in einem Briefumschlag von Schreiber in seinem Bonner Büro persönlich empfangen habe. Diesen Umschlag habe er „ungeöffnet und unverändert“ an Brigitte Baumeister weitergeleitet, später habe er erfahren, dass die Spende nicht „ordnungsgemäß behandelt worden“ sei. Die damalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister widersprach dieser Version Schäubles.

Anfang September 2000 entschuldigte sich Schäuble vor dem Bundestag gegenüber der deutschen Öffentlichkeit dafür, „dass unter der Verantwortung der CDU Gesetze gebrochen wurden“. Weiterhin entschuldigte er sich auch „beim“ Bundestag dafür, dass er im Dezember 1999 einen Teil der Wahrheit über seinen Kontakt zum Waffenhändler Karlheinz Schreiber verschwiegen hatte.

Das Geld jedenfalls tauchte in keinem Rechenschaftsbericht der CDU auf. Am 13. April 2000 erklärte Schäuble vor dem Bundestagsuntersuchungsausschuss zur CDU- Parteispendenaffäre, die CDU-Führung und die Bundesregierung seien unter Helmut Kohl nicht bestechlich gewesen. Ein Ermittlungsverfahren gegen Schäuble wegen uneidlicher Falschaussage im Zusammenhang mit der fraglichen Spende wurde eingestellt, ebenso wie die Ermittlungen gegen Brigitte Baumeister. Die Berliner Staatsanwaltschaft konnte keine hinreichende Tatbestandsverwirklichung für eine Anklage feststellen. Nach den damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft sei aber davon auszugehen, dass die 100.000 D-Mark nur einmal gespendet wurden. Spekuliert wurde nämlich über die Frage, ob es womöglich zwei Mal 100.000 D-Mark von Schreiber gab: einmal als „unverfängliche“ Wahlkampf-Spende für die CDU, ein anderes Mal „unter der Hand“ als Bestechungsgeld für ein Rüstungsprojekt. Ungeklärt sind außerdem die Spekulationen, ob und gegebenenfalls inwiefern Schäuble seine Verbindungen ins Kanzleramt nutzte (was Schäuble stets vehement bestritten hat). Fraglich ist weiterhin, wo die 100.000 D-Mark verblieben sind."

124 seiten INFINITE JEST

Freunde, soeben habe ich mir den Koalitionsvertragswahnsinn aka "Lass mal evaluieren, den Shizzo" auf mehreren Seiten heruntergeladen und bereits liebevoll quergelesen: Uninspirierter Textmüll zu klientelpolitischen Einfach-Statements geronnen. Mehr Netto vom Brutto für die oberen 30%. Das der erste Eindruck. Wir müssen aber natürlich genauer lesen. Deswegen gibt es in der nächsten Woche eine ausführliche Besprechung in drei Teilen. Damit wir besser verstehen, in welchen Abgrund wir steuern mit Deutschland. Gute Nacht.

2009/10/24

subliminal seduction



The Legendary Adventures Of A Filter King

2009/10/23

weekendbreaks XXV



Freunde. Ab geht's. Heute zur Feier des Tages plus 2, weil der Philipp Gesundheitsminister geworden ist. (Und da sag noch einer Integration und Aufstieg durch Bildung Geld funktionieren hier nicht. Der Rösi ist die ministergewordene Antithese.)

Florence & The Machine - You Got The Love (The XX Remix) (2009)







[FlorenceMachine|XX|viaDasInternetÜberall]

Genesis - That's All (Nelue Re-Edit) (1983/2009)







[Nelue|via]

Phil Collins will nie wieder auf Tour. 166mhz trägt Trauer. Die Erklärung: Das Plattenregal meiner Eltern und diese Platte, der ich als adoleszenter Bengel regelmäßig via Kopfhörer huldigte. Jesus, er kennt mich.

Siriusmo - Immer Wieder (2004)







[Siriusmo|Dana|GrandPetrol|ImmerWieder]

Der Moritz in seiner frühen Schaffensphase mit Kollegin Dana. Simple&Gut. Leider gibt's das nicht mehr zu kaufen, soweit ich die MP3-Einkaufsläden abgegrast habe. Aber der Mann bringt demnächst 2 neue EPs raus. Checkt auch Testliebe.

Linkwood - Nectarine (2009)







[Linkwood|PrimeNumbers|BUY__System]

Linkwood mit neuem Album. Nach hinten raus großartig.

Aphex Twin - Pulsewidth (1992)







[AphexTwin|Apollo|BUY__Selected Ambient Works 85-92]

Das Album für die Insel. Ich nehme es mit. Classic Masterpiece und so. Immer wieder gut, bei jedem Hören. Halbwertszeit unendlich (geschätzt).

loslabern1

Freunde, wir müssen die Stille und die Mattigkeit durchbrechen, die durch die Elektionsstörungen hervorgerufen wurden. Wir müssen jetzt noch kritischer und skeptischer sein als zuvor, weil die soziale Kälte sich höchstwahrscheinlich als Steuersenkungswärme tarnt. Und Guido, den warmen Bruder und seine Genossen von der letzten ideologisch durchdrungenen Partei, müssen wir ganz besonders im Blick behalten. Die Jungs und Mädels sind verbohrt, vorfestgelegt und wahrscheinlich sogar hirnbiologisch prädisponiert. Sie glauben, dass es auf alle Probleme zwei Großlösungen gibt: Steuern runter, Staat raus. Wir brauchen deshalb eine Debatte über verschiedene Güter, was sie uns wert sind, wer sie bereitstellen und bezahlen soll. Das traut sich aber entweder niemand oder aber der Diskursraum ist belegt bzw. die Zeit krümmt sich in Richtung NRW-Wahlen. Darüber hinaus sollten wir ganz besonders auf das kündigungsschutzlockere Röschen aufpassen, das jetzt (Schreck/Sensation!) in Gesundheit macht und uns präventiv die Beiträge erhöht, damit wir wissen, wohin mit dem mehr Netto vom Brutto, das wir natürlich zuvordert den Liberalen zu verdanken haben. Also näht euch schon mal präventiv eine Hosentasche zu und lasst das Rauchen sein. Oder bleibt gesund und habt weniger Angst, denn das Credo des Rösler wird sein: Grundversorgung (Hustenbonbons) für alle, den Rest bitte privat verstolpern.

*



Sebastian hat sein Password wiedergefunden. Wir gratulieren herzlich und freuen uns auf sachkundig ausdifferenzierte und meinungsfreudig vorgetragene Popkulturquerverweise. Außerdem müsst ihr für den 13.11. die Daumen drücken. Dann entscheidet sich, ob Sebastian Richter wird oder Wirt. Ha.

*
Was ansonsten geschah? Martin Sonneborn, nüchterner Satiriker und Chef der Partei Die Partei war bei Zimmer frei!. Das war derart ununterhaltsam, dass sich der WDR entschied, nicht auch noch die Bevölkerung mit der Aufzeichnung zu behelligen. Frau Westermann hatte bereits den Kaffee auf bzw. den Sonneborn gefressen. Der Mann war subtil frech und - tatsächlich - langweilig. Ich jedenfalls habe nach 15min Stop geklickt. Aber seht selbst.

*
Achja: Pandemie H1N1 2009. Meine Empfehlung: Wer Novartis mag, klickt einmal hier und hier. Wer GlaxoSmithKline liebt, lese doch dieses und jenes. Wer oder was ist die EMEA? Es gilt also: Erst Lesen, dann Impfen. Beachten: Wer mit einem gut arbeitenden Immunsystem ausgestattet/ nicht im Gesundheits-&Sozialwesen angestellt ist und darüber hinaus eher pharmaindustriekritisch ausgerichtet, sollte die Spritze ruhig boykottieren. Falls was passiert hilft immer noch bspw. Zanamivir aka Relenza von GlaxoSmithKline. Gesundheit!

*
Literatur. Natürlich lese ich momentan Foster Wallace und Bolano.
Für Menschen, die gerade keine Zeit für kiloschwere, tausend Seiten lange Jahrhundertausendromane haben, empfehle ich Niederland von Joseph O'Neill. Darin lebt der Banker Hans van den Broek allein im Chelsea Hotel im Post-09/11-New York. Seine Ehe ist gerade frisch in die Brüche gegangen und so richtig weiß der Mann nicht, wohin mit sich selbst und seinem Leben. Bis dann der netter Inder Chuck Ramkissoon in sein Leben tritt und der Leser viel über Cricket lernt. Die beiden freunden sich an und entdecken New York. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Sprache, Geschichte und Bilder passen hier wunderbar zusammen. Und dass dieser Banker sich irgendwie nicht prototypisch verhält, sondern melancholisch, verträumt und überaus reflexiv in seinem Denken und Handeln durch New York schlendert, macht die Sache nicht schlechter.

*
Außerdem lesen wir natürlich Goetzens Klage Was den Titel angeht, der ja unlängst das ZEIT-Magazin misshandeln durfte, bin ich noch nicht soweit. In Klage jedenfalls steht viel Mist, aber auch geniale Beobachtungen wie z.B. diese zum Zwischenmenschlichen in Großstädten:
"Man geht ja ganz direkt und normal miteinander um, äußerlich. Und große Energien gehen dahinein, das in den Begegnungen subtextlich Mitgeteilte uneindeutig, offen, in der Schwebe zu halten. Das betrifft die Erotik, die Fragen der Macht, der persönlichen Wertschätzung, der charakterlichen Disposition, der intellektuellen Über- oder Unterlegenheit, der Rituale des Alltags."
Zitatvia

2009/10/19

die verrückten rechteinhaber III



Freunde, der Kollege Hemmann verschenkt diesen Song vom am 26.10. auf Freude Am Tanzen erscheinenden Album In Between. Rave on.

2009/10/18

foxbase beta



Freunde, Richard X hat sich den Saint Etienne Klassiker Foxbase Alpha zur Brust genommen. Wie schön das klingt. Preorder hier. Release demnächst bei Heavenly.

weekendbreaks XXIV



Freunde. Heute Indiana Jones.

Tamaryn - Mild Confusion (2009)







[Tamaryn|tobereleasedonTruePanther|Song via]

Ein Album ist in Planung (und von mir mit Freude erwartet). Wird auf Mexican Summer released.

The Flaming Lips - Silver Trembling Hands (2009)







[FlamingLips|WarnerBros|BUY__Embryonic|via]

Konfetti. Luftballons. Ein ungeheuerliches Album. Wayne. Kauf nächste Woche und Befehl.

El Perro Del Mar - Change Of Heart (2009)







[El Perro Del Mar|Licking Fingers|InDeutschlandMomentanNichtErhältlich|Song via]


Wunderbarer Song von wunderbarer EP Love Is Not Pop.
Gleichzeitig auch Beispiel für Rechte/Release-KleinKlein, das nicht unbedingt die richtigen Anreize setzt, wenn es darum gehen soll, mehr Menschen dazu zu bringen, Musik gegen Geld zu erwerben. Denn diese feine EP ist zwar überall in Deutschland zu hören - z.B. via MySpace oder Hypem etc. -, nicht aber zu kaufen. Klicktrack und Itunes erklären gleichklingend, dass diese Musik für mein Land nicht bestimmt ist. Nur für Skandinavier, Amerikaner und Kanadier und Menschen, die Freunde in diesen Gegenden haben, gibt es momentan die famose von Rasmus Hägg co-produzierte Scheibe. Interessant wäre ja, zu wissen, welche Überlegungen hinter dieser Situation stecken und ob sie überhaupt getroffen wurden...

Aus gegebenem Anlass (mir wurde in den Kommentaren etwas diffus "Animation zum Download" vorgeworfen) ist darüber hinaus abermals eine Erklärung zum Sinn und Zweck der hier wöchentlich zur Verfügung gestellten Downloadmöglichkeiten komprimierter Sounddateien fällig:

Die Reihe Weekendbreaks will die Leser weder dazu animieren illegalen P2P-Aktivitäten nachzugehen noch Rapidshare-Premiumaccounts zu kaufen. Die Reihe ist dazu gedacht, den Leser auf tolle Musik hinzuweisen, die er ob der Möglichkeit zum Download gar mitnehmen und mehrmals hören kann. Das kann dazu führen, dass den Leser die Musik derart begeistert, dass er mehr vom Interpreten hören möchte bzw. sich eine höhere Klangauflösung wünscht (Songs werden hier vorbehaltlich einer freien Verteilung durch den Künstler/das Label ausschließlich als MP3 in niedriger Bitrate angeboten [wobei auf die Klangqualität natürlich maßgeblich auch Kopfhörer, DA-Wandler, Ausgangsmaterial Einfluss haben]). Vielleicht wird die Musik dann gekauft oder eine Kopie wird über andere (nicht legale) Kanäle besorgt. Darauf habe ich keinen Einfluss.
Aus Respekt vor den Künstlern wird die Musik hier jedoch nur zeitlich begrenzt, in schlechter Qualität und nie vollständig (also natürlich keine ganzen EPs/Alben etc.) angeboten. In vielen Fällen sind die Songs auch vom Künstler/Label selbst freigegeben worden (s. im letzten Post Lindstøm/Hawthorne). Es wird auch oft auf die Quelle hingewiesen. Z.B. diese. Und ich mache mir immer die Mühe eine entsprechenden Link zum Gesamtwerk des Künstlers zu setzen sowie zu einer konkreten Kaufmöglichkeit (dort in besserer Qualität).
Angesichts der nach wie vor ungelösten Konfliktsituation zwischen Rechtinhabern, -verwertern und Usern/Konsumenten unter der Prämisse Internet bzw. eines fundamentalen Technologiewandels hin zu einer gigantischen weltumspannenden Kopiermaschine (wer will, kann sich ein komplette Album für lau eben in ein paar Sekunden/Klicks besorgen) sehe ich in dieser Praxis ein den Künstlerinteressen Tribut zollendes Modell und in keiner Weise einen Aufruf zu illegalen Downloads.

Ich kaufe meine (überwiegend elektronische) Musik hauptsächlich bei beatport und whatpeopleplay.

2009/10/11

weekendbreaks XXIII



Freunde, die sinusitis maxillaris und ihre Nebenbedingungen raffen sich zu einem grippalen Infekt zusammen und mich darnieder. Deswegen hier nur kurz/verspätet und im Anschluss ein Bad in Eucalyptus bevor immunmodelierender Schlaf.

Lindstrøm & Christabelle - Baby Can't Stop (Aeroplane Remix) (2009)







[Lindstrøm|Christabelle|Aeroplane|tobereleasedonSmallTownSuperSound|via]

Mayer Hawthorne - Green Eyed Love (Classixx Remix) (2009)







[Mayer Hawthorne|Classixx|Stonesthrow|MP3 via]

Theo Parrish - Summer Is Here (2004)







[Theodor|Ubiquity|BUY__Parallel Dimensions_2004]

the drums



the drums

q-tip/norahjones



taken from The Renaissance

2009/10/04

weekendbreaks XXII












Freunde, postmoderne Klangversatzstücke gefallen relativ zum Geschmack.




Mathias Kaden - Lowrey (2009)







[Mathias Kaden|Vakant|BUY__Studio 10]

Herr Kaden mit seinem ersten Album auf Vakant. Dies eine Kollabo mit Florian Schirmacher. Sehr schön. Sehr kaufwertbar. Der Kollege Hemmann veröffentlicht sein Debüt Ende Oktober auf Freude am Tanzen.

Pépé Bradock - Un Pepe Dans La Dentelle (1998)








[Pépé|KIF|BUY__Synthese]

Pépé ist 'n Supertyp. Mehr gibt's da nicht zu sagen. Gesamtkunstwerk muss man haben.

Japan - Ghosts (1981)







[Japan|Virgin|BUY__Tin Drum]

Japans größter Hit. Meisterwerk, ist klar. Findet sich auch auf Peter Kruders privater Kollektion Nummer Eins.

dear holder/user of rights,
songs posted here are for promotional purposes only. they're always low-quality (128kbit/s) & online for max. one week. in many cases also the source is indicated (for instance) if u want me to take a song nevertheless offline, please let me know (trans_atlanticfoe(at)yahoo(dot)de) & i'll comply with your request.

yours sincerely,
166mhz