2009/05/30

weekendbreaks IV



Freunde, ein schönes Wochenende wünsche ich euch.

Vakula - Okskii (2008)
[Vakula|quintessentials|BUY__Night In Konotop City]

Theo Parrish - Moonlight (2000)
[Theo Parrish|Sound Signature|BUY__Sound Signature Sounds]

Metro Area - Caught Up (2002)
[Metro Area|Environ|BUY__Metro Area]

songs will be online for max. 1 week
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2009/05/29

der raum, das netz und das recht

Freunde, Frau von der Leyen bemüht die Suggestivkräfte und ein neuer Anti-Internetartikel in der aktuellen ZEIT tut dies auch.

Das Internet - da kann ja jeder machen, was er will. Schweinkram gucken, sagen, klauen! Und noch ganz viel mehr Schlimmes Verabscheuungswürdiges Kriminelles Illegales. Und nix passiert, alles bleibt ungestraft. Insbesondere die CDU glaubt an die subversive Kraft des Internets, des absoluten Kulturzerstörers, den niemand hindert, weil Gesetze ja elektronisch nicht können, sondern nur auf gemähtem Erdenrasen gelten. Hicks.

Zensursula sagt: Das Internet kann kein rechtsfreier Raum sein.

Und der ZEIT-Wefing fragt: Wieso dann die Zögerlichkeit, das Recht auch durchzusetzen? Warum haben Politik und Gesellschaft jahrelang zugelassen, dass Gesetze im Netz systematisch verletzt wurden, ganz offen, teils mit allen Anzeichen von Stolz über den Rechtsbruch?

Mich wundern diese Äußerungen immer wieder. Ich lese ja immer viel im Internet und man kommt mit den Millionen verrückten Internetusern (bei der ZEIT: eine Gruppe Ideologen!) ins Gespräch und da fällt in diesem Zusammenhang schon einiges auf, was Netz, Recht und Raum betrifft.

Z.B. hat der Blogger Jens Weinreich in einem Blogkommentar den DFB-Vorsitzenden Theo Twenty als unglaublichen Demgagogen bezeichnet und hatte auf einmal dermaßen viel mit (irdischen) Anwälten und Gerichten zu tun, dass ihm ganz Angst und Bange wurde. Existenzangst wegen der Kosten, die man wegen der Rechtsfreiheit im Netz ja nun eigentlich nicht hätte erwarten müssen. Sonderbar.

Z.B. wurde ein weiterer Blogger von Getty Images abgemahnt, weil er ein Asus-Pressebild zum neuen EeePC veröffentlichte, das ein nicht lizensiertes Bild der amerikanischen Bildagentur enthielt. Tatsächliches (irdisches) Geld sollter der arme Mann für seinen schlimmen Fehler bezahlen. Verrückt.

Z.B. wurde hier zwei Straßen weiter auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine WG leergeräumt, weil dort mit obskuren P2P-Instrumenten experimentiert wurde und das trotz der Rechtsfreiheit im Internudel wohl jemand mitbekommen hat und uncool fand. Un-glaub-lich!

Und diese Liste ließe sich natürlich spielend leicht weiterführen.

Ich frage mich nun, von welchem Raum die oben genannten Damen und Herren immer sprechen, wenn sie über vermeintlich rechtsfreie Digitalwüsten fantastieren? Redet die Zensursula etwa von diesem mit roten Gardinen ausstaffierten Puffraum jenseits der black lodge, in dem Zwerge lustig tanzen und crazy rückwärts sprechen?
That gum you like
is going to come back in style?

Richtig ist, und das schreibt Herr Wefing in der ZEIT auch:

Die Durchsetzung des Rechts im Internet ist schwierig, weil das Netz schneller ist als das Recht. Jedenfalls im Moment noch. Denn natürlich ist der Knackpunkt die Adaption des Rechts an das Netz. Zum Beispiel im Hinblick auf eine etwaige konzeptionelle Erneuerung des Urheberrechts, das den neu entstandenen Kulturtechniken (ja, der lichtgeschwindigkeitsschnelle Tausch von unendlich reproduzierbaren Nullen und Einsen) Rechnung trägt.

2009/05/27

die besten reibekuchen der welt

sonic f_in youth

Freunde, i love this band since i was a desperate teenager.

Über so einen langen Zeitraum kontinuierlich immergute, authentische, pädagogisch wertvolle Musik der Menschheit zur Verfügung zu stellen, das fordert Respekt. Und wenn man dann dabei ist und hört und merkt und sieht, mit wie viel Energie und scheiß Herzblutliebe diese Damen und Herren, die altersmäßig meine Mama und mein Papa sein könnten, ihre Kunst performen, dann vergrößert sich der Respekt und in meinem Fall die Begeisterung. Und von etwas weiter weg sieht Kim Gorden gar halbwegs sexy aus, wenn sie in ihren kurzen Kleidchen ihre wunderbaren Tänzchen aufführt.

Am 9. Juni erscheint das 15. Studioalbum von Sonic Youth The Eternal auf Matador. Und es wird groß und gut und aufregend. One hell of a band. In zwei Jahren feiern wir ihr 30-jähriges Bestehen.

What's it like to be a girl in a band?/ I don't quite understand

2009/05/26

eine konzeptionelle schwäche

"[...] Der Gesetzentwurf verfolgt mit der Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen ohne Zweifel einen legitimen Zweck. Dabei stehen zwei präventive Zielsetzungen, der Opferschutz und die Gefahrenabwehr im Vordergrund. Es soll verhindert werden, dass eine schwerwiegende Verletzung der Intimsphäre eines abgebildeten und im Sinne des § 176 Abs. 1 StGB missbrauchten Kindes durch die weitere Verbreitung von Bildnissen im Internet vertieft wird. Der Gesetzentwurf enthält dabei allerdings nur Regelungen zu den am wenigsten wirksamen Maßnahmen gegen die Perpetuierung der schwerwiegenden Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der dargestellten Kinder. Zugangserschwerungen tilgen weder kinderpornographische Angebote aus dem Internet noch eignen sich die intendierten technischen Manipulationen durch Access-Provider dazu, Straftäter aus Deutschland von solchen Angeboten wirksam abzuschneiden. Gerade mit krimineller Energie agierende Täter verwenden z.B. Verschlüsselungstechnologien, denen mit den derzeit diskutierten Methoden der Zugangserschwerung nicht beizukommen ist. Wesentlich wirksamer ist daher, die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte an der Quelle zu bekämpfen. Dazu müsste zunächst gegen die Anbieter der Inhalte und gegebenenfalls gegen die Betreiber der Internetserver vorgegangen werden, bevor Zugangserschwerungen auf der Ebene von Access-Providern erwogen werden (sog. ultima ratio-Grundsatz). Der Gesetzentwurf lässt aber eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet vermissen. Er beschränkt sich auf die Verpflichtung der Access-Provider, über deren Netzinfrastruktur die Datenpakete übermittelt werden. Es handelt sich dabei um eine konzeptionelle Schwäche, die durch die Verpflichtung ausgeräumt werden könnte, vor der Aufnahme eines Inhalts auf die Sperrliste, die Löschung von den Inhalteanbietern und Host-Providern zu verlangen sowie in Kooperation mit den zuständigen ausländischen Strafverfolgungsbehörden Zwangsmaßnahmen gegen die Verantwortlichen einzuleiten.

Im Lichte des Vorgesagten erweisen sich Zugangserschwerungen durch Access-Provider bei Inlandssachverhalten als unverhältnismäßig [...]"

Freunde, ach. Manchmal mag ich die Juristen wirklich und schätze ihre nüchtern-analytische Betrachtung emotional hochaufgeladener Sachverhalte.

Diese (sie stammt vom Juristen Dr. Frey) und weitere Expertenstellungnahmen anlässlich der Anhörung am Mittwoch zur Bundestag-DS 16/12850 finden sich hier. Petition bitte hier zeichnen.

2009/05/25

das richtige rettungskonzept

Freunde, kurzer Ada-Appendix noch, zwei Tracks, die momentan weitgehend sexy widerhallen:

M.in & Bastian Schuster - New Orleans
via hmwl.org

Phoenix - Lisztomania (Classixx Remix)
via mykunk

166mhz loves: ada

Freunde, ich liebe die Musik von Frau Ada. Melodieverliebter Techhouse und jeder Track weit über dem Durchschnitt, den niemand berechnen kann. Melancholische Klänge, Adas wohlklingende Stimme, immer die Tanzbarkeit im Auge der Dame sowie subtile Spannungskurven. Erlend Øye hat Ada schon auf seiner DJ Kicks gehuldigt, sie selbst huldigte auf ihrem ersten und bislang einzigen Longplayer Blondie den Yeah Yeah Yeahs mit einer wunderbaren Coverversion von Maps. In 2007 kam man an Fizzmann nicht vorbei, im letzten November erschien das schöne Forty-Winks/Kink-A-Jou auf Kozes junger Areal-Tochter International Records Recordings. Und für den Juni ist nun ein kleines Mixtape auf Kompakt angekündigt.

Ada veröffentlicht hauptsächlich bei Areal, ihr ganzer formidabler Restsoundkram ist bei Beatport hinterlegt und gegen ein kleines Entgelt zu erwerben.

show some love, dear reader!

Ada - Living It Up

2009/05/23

happy birthday, grundgesetz!

























GG, ick mag dir.
Immer, wenn der Schäuble Quatsch macht, kann man das den Normverwerfungskompetenzlern in Karlsruhe sagen und auf den ersten Teil des GG zeigen und sagen: schaunsema, hörnsema, gehtdochnicht! Und wegen dem GG verzweifelt der Schäuble regelmäßig und sagt dann im Fernsehen, man solle doch nicht immer alles so genau regeln und detailliert festlegen und das GG mehr so als groben Rahmen schön funkeln lassen, damit der Gesetzgeber (Schäuble meint Schäuble) mehr machen kann und nicht ständig mit von den Normverwerfungskompetenzlern neu ausgedachten Grundrechten konfrontiert wird, die dann wieder dem Spielraum das Spiel verderben.


via telemedicus

cool pussycat drink

Liebe Hamburger, bitte eingehend trinken, testen und Meldung machen.

Kalte Muschi? Rotwein Cola Zeugs. Schmeckt.

Eckdaten:
Mischgetränk, 5,8% Spaßanteil, St.-Pauli-Kooperation


via Pimpettes

2009/05/22

I Have The Moon, You Have The Internet









Freunde, es gibt ja auch Musiken, da helfen Wörter wenig bis nichts.
Nur Ohren und Neuronen.
Ich versuche trotzdem mal die Wörter, auch wenn jedes einzelne eine kleine böse Anmaßung ist. Um die Musik des Schweden Axel Willner zu beschreiben:
Unendlich repetitive Schichtsalatschleifen mit Ruck, Wumms, Knall und ganz viel zarter, flächiger Liebe zwischen den undurchsichtigen Schichten. Ohne Mayo, vielleicht mit Ingwer, Avocado, sowas. Nicht unbedingt exotisch, teilweise gar konventionell, dennoch keinesfalls reaktionär. Eher so Zeitmaschine ohne Datumseingabe, nur der Reise wegen den schwarzen Löchern entgegen, Astronautenhelm auf. Als Nachtisch irgendetwas durchsichtiges. Wodka vielleicht. Hicks. Wenn Liebe durch den Magen ginge: Ich würde Yesterday And Today verschlingen, die neue LP von The Field. Von der Vorspeise bis zum Dessert durchweg schmackhaft, sechs gut übersetzte Gänge, haute cuisine durch die Gehörschnecke. Erschienen auf Kompakt. Erhältlich dort oder auf'm Fischmarkt für 9,95.
Everybody's Got To Learn Sometime.

The Field - The More That I Do
The Field - The More That I Do (Foals Remix)

Die ganze Speisekarte.

weekendbreaks III

















Freunde, heute eine Ode an's Piano.
Martyn - Bridge (2009)
[Martyn|3024|BUY_GREAT LENGTHS]

Dave Brubeck - You Go To My Head (1995)
[DaveBrubeck|Telarc|BUY_NIGHTSHIFT]

Gonzales - Dot (2004)
[Gonzales|No Format|BUY_SOLO PIANO]

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Für deep house sorgt diese Woche der freundliche Simon mit diesem famosen Mix.

2009/05/21

166megaherzens plattenkiste XI

Freunde, ich bin weder Dischord-Experte noch großer -Fan. Auch bin ich nicht mehr so total into Post-whatsoever-Musik. Es gibt da aber ein, zwei Sachen, die wirklich toll und gut sind und hörenswert und das auch noch nach einigen Jahren. Neben Bluetip und Make-Up, die ich als pubertierender Knabe viel hörte und nun eher nicht mehr, sind insbesondere Fugazi und Q And Not U erwähnens- und hörenswert. Letztere sind auf ihrem letzten Album aus 2004 Power sehr eingängig, tanzbar und rhythmusfantastisch. Different Damage, das zwei Jahre davor erschien, sollte jedoch auch in jeden musikaufgeklärten Plattenschrank. Fugazi hingegen haben mich erst mit ihrem Spätwerk The Argument, 2001 erschienen, umfassend überzeugen können. Wunderbar energetisch-atmosphärisch-facettenreich diese Platte von Ian MacKaye und Co. Habe ich einen langen Sommer lang benutzt, um Wut auf die Welt zu kanalisieren. Hat weitgehend geklappt, danke Fugazi.



2009/05/20

mottenkiste

Freunde, irre Scheibe, bereits vor Release vergriffen gewesen und auch jetzt noch schwer zu bekommen. Konsensmusik für Sommer 2009 müsste das sein, sage ich.

Mag folgenden alles vernichtenden Track better, Wolf Club aber auch ganz groß:

Burial & Four Tet - Moth

2009/05/19

die apotheke: ein besonderes stückchen heimat

Freunde, der Europäische Gerichtshof hat entschieden:

Aspirintabletten sind keine Bananen.

Und ihr Verkauf darf in Deutschland auch zukünftig gewissen Beschränkungen unterliegen. Nach deutschem Recht darf nur ein zugelassener Pharmazeut eine Apotheke führen und maximal drei Filialen besitzen. Kapitalgesellschaften wie Doc Morris können in der Bundesrepublik nur in Zusammenarbeit mit deutschen Apothekern Lizenzbetriebe eröffnen. Das niederländische Arzneimittelunternehmen sah durch diese Regelungen verschiedene EU-Grundfreiheiten verletzt.

Der EuGH meinte, die deutschen Regeln fänden ihre Rechtfertigung im Ziel der Gewährleistung einer sicheren und qualitativ hochwertigen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Das Gericht vertrat damit auch weitgehend die Auffassung des Generalanwalts Bot (der witzigerweise mit einer Apothekerin verheiratet ist), bei angestellten Apothekern [die dann z.B. bei DocMorris arbeiten, Anm. 166mhz] bestehe die Gefahr, dass sie von ihrem Arbeitgeber dazu gebracht werden, wirtschaftliche Interessen über den Gesundheitsschutz zu stellen [die deutsche "Eigentümer-Apotheke" hat natürlich weder Angestellte noch ein wirtschaftliches Interesse, Anm. 166mhz].

Der Apothekerverband ABDA raved natürlich über das Urteil und meint es sei ein "guter Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz“.

166mhz kennt die Wahrheit und weiß:

Heute ist ein schlechter Tag für die Patientengeldbörse, ein guter für die Zukunft der profitablen Preisabsprachen der armen, wettbewerbsgebeutelten "Eigentümer-Apotheker" - und am Verbraucher- und Patientenschutz hätte sich wenig geändert, er bliebe durchschnittlich bis nicht gut.

Die meisten Kommentatoren sprechen diese Wahrheit ähnlich deutlich aus wie der Autor.

Nur mein Freund der Prantlheribert, den ich für seine kritischen Kommentare zum sicherheitsambitionierten Wirken des Wolfgang S. schätze, feiert das EuGH-Urteil.

Und warum? Weil:
" Die Apotheke ist, wie Rathaus und Kirche, ein Stückchen Heimat; Europa ist nicht dafür da, das den Leuten wegzunehmen. "
Und sieht das Urteil gleich im großen Kontext, ein glorreiches Zeichen wider der allmächtig bösen Deregulierung, Prantl & Pathos:
"Nicht der Markt, nicht die Kapitalfreiheit, nicht die Niederlassungsfreiheit sind die höchsten Werte, denen sich in Europa alles unterzuordnen hat."
Lieber Heribert,

grundsätzlich bin ich natürlich bei dir, wenn es um den Kampf gegen die Hydra Neoliberalismus und ihre Apologeten in Brüssel geht, aber du verklärst in deinem Artikel leider gewaltig und entwirfst schiefe Bilder und man hat den Eindruck, dass du wenig in deutschen Apotheken unterwegs bist.

Ich muss dir nämlich aus eigener, langjähriger Erfahrung schreiben.
Bin dauerhaft beschädigt und shoppe regelmäßig in den heimatwunderbaren Heiltempeln der immer um mein persönliches Wohl besorgten Tempelbesitzer.

Es fängt damit an, dass diese Tempelbesitzer eine Religion haben und alle Tempelbesucher von deren Wahrheit und Richtigkeit überzeugen wollen. Die Message, die es zu missionieren gilt:
Wir haben zu jedem deiner Leiden das passende Präparat - ob Krebs im Endstadium oder das nervige Jucken hinter'm linken Ohr.
Das Medium des Heilversprechens: die Pharmaindustriewerbezeitung Apotheken Umschau, von gefährlichen Atheisten spöttisch Senioren-Bravo genannt, mit seinen 19,53 Millionen Anhänger (u.a. auch Fan: das ZDF-Vorabendprogramm).

Wenn also, Achtung: Erfahrungswert, eine verzweifelte (gläubige) Frau in den Pharmazietempel läuft und für ihren unter Anämie leidenden Vater nach einem Tee (!) fragt, der evtl. Abhilfe schaffen könnte, dann finden die immer am Gesundheitswohl der Tempelbesucher interessierten, supergut ausgebildeten, keinen wirtschaftlichen Interessen unterworfenen Pharmaziehilfsschamanen natürlich einen Tee, der gegen Anämie hilft und nur 25 Euro pro Beutel kostet und außerdem gut gegen Wadenkrampf und Arteriosklerose hilft. Um was für eine Anämie es sich handelt fragt man natürlich nicht, wenn das Produkt so schnell an die Frau kommt

Und wenn ich von einem Zahnarzt Diclofenac verschrieben bekomme, dann fragen die Tempelbesitzer mich natürlich nicht nach Kontraindikationen wie etwa eine chronisch entzündliche Darmerkrankungen (yay!), sondern sie wollen verkaufen, verkaufen, verkaufen. Wegen des Verbraucher- und des Gesundheitsschutzes.

Lieber Heribert,
das EuGH-Urteil ist nicht toll und ein weitgehend aufgeklärter Patient ist schnell mal genauso schlau wie die Tempelbesitzer, wenn's um speziellen Pillenkram geht. Natürlich: die Omis und Opis, die brauchen die Apotheke um die Ecke, die nicht sterben darf [hier um die Ecke finden sich auf einer Strecke von 150 Metern gleich drei Drugstores, alle im harten Wettbewerb untereinander] - sie brauchen sie wegen der einfühlsamen, aufopferungsvollen Beratung:

Brauchen sie denn noch etwas für die Blasenbeschwerden, es gibt da ein ganz neues Präparat! Schon Vitasprint probiert, Gingko gegen Demenz?

Oder Hustenbonbons?

antichrist

Freunde, das neue Werk von Lars von Trier scheint viele Kritiker in Cannes nachhaltig verstört zu haben. Und weil ich es im Grunde nicht gut finde, dass der Mann vordergründig aufgrund expliziter, blutender, die Genitalien betreffender Bilder die beste Promo bekommt, die man sich als Filmemacher nur wünschen kann, bleibt dieser Post kurz und es gibt nur ein paar Links und ein paar Sätze von Altmeister Ebert. Und diese überhaupt auch nur, weil ich das Werk von Lars von Trier bis dato sehr schätze. Ekelige, sinnfreie Slasher- und Torturemovies gibt es ja leider zuhauf und die werden hier mit Sicherheit nie thematisiert werden. Aber vielleicht ist Antichrist ja auch einfach nur Kunst. Bedeutungsvolle Zeichen, die bei uns mal mehr und mal weniger neuronale Regung evozieren.

Roger Ebert:
“[Antichrist]…goes beyond malevolence into the monstrous. Never before have a man and woman inflicted more pain upon each other in a movie. We looked in disbelief.” … “Whether this is a bad, good or great film is entirely beside the point. It is an audacious spit in the eye of society. It says we harbor an undreamed-of capacity for evil. It transforms a psychological treatment into torture undreamed of in the dungeons of history. Torturers might have been capable of such actions, but they would have lacked the imagination. Von Trier is not so much making a film about violence as making a film to inflict violence upon us, perhaps as a salutary experience. It’s been reported that he suffered from depression during and after the film. You can tell. This is the most despairing film I’ve ever have seen.”
[1]
[2]

uhr


Freunde, ich wollte sie ja schon immer haben, die CASIO A168WA-1WYEF - inkl. Illuminatorfunktion!

Jetzt hat's mein altes Chronometermodell (Fossil und Leder und mittlerweile total, Mutti würde sagen: unmodern) geschrottet und ich bin back to the future um's Armgelenk.

Yay!

2009/05/17

ohne Titel

Ach, Frau Feist. Ich habe eine 12" mit ihrem schwarzgeschatteten Profilconterfei drauf. Das sieht ganz gut aus. Der Hals, der Hals! Und Ihre Musik ja auch. Die Stimme! Man kann sich kaum vorstellen, dass die früher mal für Punkgerotze strapaziert werden musste. So ein zartes Timbre. Die Kollabos mit Erlend! Könnten Polkappen hören, hörten sie deine Songs, Holland wäre längst ein Unterwasserstaat.

Feist - Feisty

die verrückten rechteinhaber

Freunde, wer noch auf Coldplay steht, kann sich hier deren Livealbum LeftRightLeftRightLeft runterladen. Verschenkt von den Rechteinhabern höchstpersönlich. Bei den Eiern gepackt Mist, weil Yellow fehlt. Aber Kapitalismus ist ja zuvorderst haben und nicht unbedingt wollen oder gar brauchen. Naja, der Fetisch und die Ware, ihr wisst Bescheid.

2009/05/16

weekendbreaks II

Linkwood Family - Miles Away (2004)
[MySpace|Firecracker Recordings]

The Mole People - Break Night (1995)
[MySpace|Strictly Rhythm|BUY HQ]

Moodymann - M Traxx (1997)
[Myspace|Planet E]

songs will be online for max. 1 week

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166megaherzens plattenkiste X

Freunde, die 90er-Jahre haben den besten Hip-Hop hervorgebracht, das konstatiere ich hier einfach mal so. real conscious rap und so. Monsterbeat von J Dilla, RIP.

2009/05/15

dumpinglöhne und die spd

Freunde, meine Lieblingswochenzeitung, die Münsteraner Ultimo, hat heute in ihrer Rubrik "Ultimos lange Liste des laufenden Schwachsinns" eine interessante Logikinkonsistenz bei sozialdemokratischen Wahlkampfslogans aufgedeckt. Während die Christdemokraten vermutlich Millionen an eine Agentur zahlten, um jetzt mit dem innovativen und aussagepotenten Bekenntnis Wir in Europa in den Europawahlkampf zu ziehen, hat SPD-Wahlkampfchefstratege Kajo Wasserhövel etwas tiefer in die lustige Polemikkiste gegriffen und stellt das vermeintliche Wählerklientel der feindlichen Parteien vor: Finanzhaie wählen FDP, heiße Luft wählt die Linke und Dumpinglöhne die CDU. So soll das sein. Dabei:
"Wenn der personifizierte Dumpinglohn eine bewusste Wahl treffen kann, müsste er auch reflektieren können, ein Dumpinglohn zu sein und eben viel lieber ein Mindestlohn werden zu wollen. Demnach wäre er eigentlich typischer SPD-Wähler. Aber das ist den Werbefuzzys vermutlich zu hoch und den Politikern eh egal..."

2009/05/14

immer schön gelassen bleiben

Freunde, in der Reihe verpennt und nachgeholt, man kann ja schließlich nicht alles gleichzeitig hören, sondern entweder nur rückwärts oder vorwärts heute Prosumer & Murat Tepeli, die Anfang 2008 auf Ostgut ihr Debüt Serenity veröffentlichten - ein wunderbar großartig tolles nie langweilig werdendes Stück (deep) House aus 17 überdurchschnittlichen Teilen, teilweise live aufgenommen in der Panorama Bar, wo Herr Prosumer der freundliche Residentbrandenburger ist. Ich mag diese Grenz- und Gradwanderung zwischen tanzbar und chillbar, zwischen Vocalhouse und Instrumentalhouse chicagoer Schule. Lange nicht mehr so viel durchgehend dauerhaften albumlangen Spaß an einer Genreproduktion der Elektronikfachmusik gehabt.

Interview und Infos in der De:Bug.

Kaufen könnt ihr bei Ostgut (handfest & geritzt) oder Beatport (01100110).

Den Soundstream-Remix des Titelstücks kann man noch bei Keytars & Violins bekommen.

Und so sieht's aus, wenn Brandenburg in Polen auflegt:

erkenntnis und interesse

Freunde, das Zitat des Tages kommt von CDU-Innenpolitiker Reinhard Grindel zur Paintballverbotserkenntniskrise:
"Wir wissen momentan noch zu wenig darüber, wie gefährlich das Spiel wirklich ist."
Mich wundert stark, dass Politiker neuerdings bei unvollständiger Information nicht entscheiden können. Hatte gedacht, dass sei gerade das Aufregende an politischen Entscheidungen.
Bin jetzt jedenfalls gespannt, welche erkenntnisfördernden Maßnahmen ergriffen werden. Ich würde Hirnforschung vorschlagen.

2009/05/13

agenda change!?

Freunde, ich habe gerade im Netz gelesen, dass die drei großen M des Bloggen ganz schlimm seien: Motzen, Moralisieren und Missionieren. Kurzfristig könne man damit Beifall erhaschen, langfristig sei das der Tod. Und Miriam Meckel meint in der FAZ die selbstreferenzielle Blogosphäre wäre ja auch totaler Murks und eigener toprecherchierter Content ja meist nur im Print zu finden und nicht hier oder anderswo. Stimmt natürlich, guckt man sich dieses Blog an, dass von einem unausgebildeten Amateur betrieben wird, der total unredigiert-unrecherchiert mitteilungsbedürftig ist, auf Konzepte pfeift und wahllos Sachen postet, die meist nur langweilig auf andere Sachen verlinken. Stimmt natürlich nicht, wenn man sich das mal genauer anschaut und die weitgehend schlimm idealisierte Printhuldigung der Meckel pfiffig dekonstruiert.
Jedenfalls: die drei großen M haben mich zum Nachdenken gebracht, ob ich hier die Agenda stärker zurecht schnibbeln muss, mehr Richtung Nische. Andererseits kann ich nicht umhin, nach Konzeptualisierung mal schnell wieder das Konzept zu strapazieren, um diese Plattform als Motzorgan für grob überschlagene 12 Adressaten zu benutzen.
Ich spreche mal mit der Leserschaft. Dass, was mich an der Radikalrückkehr zur popkulturellen Soundwurzel noch zweifel lässt, habe ich an dieser Stelle bereits schon mal ausgeführt.

[edit] Ich bin zu der Einsicht gelangt: Motzen, Moralisieren und Missionieren sind gut. Das hier ist Internet. Wo sonst?

If David Lynch directed Dirty Dancing...

Freunde, wunderbarer Recut:



via Monarchie & Alltag

marx an engels

>> Dear boy, es ist in der Tat, Du magst sagen, was Du willst, peinlich, dass meine misères Dir so viel bother machen! Wüsste ich nur irgendein business anzufangen! Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und das business ist grün. Ich bin leider zu spät zu dieser Einsicht gekommen. <<
Freunde, der "Mohr" wie ihn seine Kinder nannten, musste sich nicht nur regelmäßig bei Engels über den Facettenreichtum des (seines) menschlichen Leidens auslassen, sondern war auch über mehrere Jahrzehnte auf die finanzielle Unterstützung seines Freundes angewiesen:
>> Dear Fred, da Du Dich auf Reisen begibst, muss ich Dir mitteilen dass ich 28. Aug. eine bill von 10 Pfund an meinen butcher zu zahlen habe und auch der landlord sehr troublesome wird. By the way, der englische Staat scheint hardpressed for money. Wenigstens waren die taxgatherers diesen month dringender als je und haben mich unerwarter >erleichtert<. <<
Die Genossenfreunde schrieben sich zu Lebzeiten rund 4.500 Briefe, die sich teilweise wirklich unterhaltsam lesen. Dabei ging es nämlich nicht immer nur um das große Ganze, die deterministisch in den Zukunftsstein gemeißelte Revolution des Proletariats, sondern auch um daily gossip oder Privates/Persönliches. So litt Marx zeitlebens an schmerzhaften Eiterbeulen, die seinen Körper in Mitleidenschaft zogen. Unter anderem auch in der Nähe von Marxens Penis. Der schrieb daraufhin Engels und fügte drei pornografische Gedichte eines französischen Satirikers bei, um seine Belesenheit auch auf diesem Gebiet mitzuteilen.

2009/05/12

wie man in den wald hinein schießt



Freunde, ich würde mich nicht (mehr) als bedingungslosen Pazifisten ausweisen. Ich glaube, es gibt Konstellationen, die man sich an einer Hand abzählen kann und die gewaltsame militärische Aktionen rechtfertigen können, wenn alle anderen Mittel nach sorgfältiger Abwägung nicht erfolgsversprechend erscheinen (z.B., um einen Genozid zu verhindern/stoppen).

Dennoch sind diese Poster mehrere Augenblicke wert, wegen Design und Aussage.

via spreeblick

2009/05/11

delay II


Freunde, ich muss mal 4-5 Tage weg wegen Scheinerwerb, Karriere & something along those lines.

2009/05/10

kurz verlinkt I

Peng, du bist tot!

Der Tagesspiegel über Paintball, Verbote und wieder einmal: Amokläufe.

Da wo ich wohne, kratzt das Vorhaben der Regierung die ambitionierten Farbschießer eher weniger. Schließlich ist die holländische Grenze nicht weit und vieles dort erlaubt, was hier verboten ist (oder werden soll). Gleichzeitig, und das muss man schon eigentlich nicht mehr dazu sagen, ist die holländische Amoklaufquote von Schülern bzw. Jugendlichen natürlich nicht höher als die in anderen europäischen Ländern. Trotz der vielen nicht indizierten Killerspiele, trotz Laserdome, trotz Paintball, trotz Marihuana und trotz dem altersunbeschränkten Zugang zu Erwachsenenpornographie in jedem CD/DVD-Store. Vielleicht liegt es an der Nähe zur beruhigenden See?

geht wählen!

Freunde, natürlich kann man diesen Imperativ nicht so selbstverständlich titeln und ohne Begründung stehen lassen. Unsere Verfassung fußt unter anderem auf der Möglichkeit, ohne Zwang zwischen Alternativen zu wählen. Man kann das Freiheit nennen. Also die Freiheit, Partei A vor Partei B zu favorisieren. Aber natürlich auch die Freiheit, der Wahl fern zu bleiben. Wieso dies eher unklug gelebte Freiheit ist, möchte ich hier nicht groß ausführen, sondern auf ein feines kleines Buch des blitzgescheiten Rechtsprofessor Christoph Möllers namens Demokratie - Zumutungen und Versprechen hinweisen, in dem viele einfache, kluge Sätze stehen, Wer über »die Politik« und »den Staat« klagt, verrät seine eigene obrigkeitsstaatliche Gesinnung z.B., oder auch ganz banal: Die Demokratie verspricht kein gutes Leben, ein Satz hinter dem die einfache Erkenntnis steht, dass Demokratie nur dann funktionieren und für seine Teilnehmer einen Mehrwert generieren kann, wenn man sich aktiv beteiligt, d.h. kritisch hinterfragt, Meinungen vertritt, Positionen einnimmt und redlich verteidigt. Eigentlich sollte dieses Buch jedem Wähler von der Bundesregierung kostenlos zugesendet werden, es ist leicht lesbar und erkenntnisreich.

Eigentlicher Anlass dieser Post:
Der Wahl-O-Mat geht Montag online.

2009/05/09

weekendbreaks

Freunde, ich muss demnächst mal ausführlicher über elektronische Klangverwaltung am Computer schreiben (wobei Omar-S nach eigenem Bekunden noch weitgehend analog arbeitet), Deep House insbesondere, u.a. von diesen Artisten, deren scheiß ihr durchweg kaufen solltet:

Omar-S - Miss You
[FXHE Records / BUY HQ]

Hauke Freer - My Beat
[MySpace / Real Soon Records / BUY HQ]

Soundstream - Dance With Me
[MySpace / Hardwax / BUY HQ]

won love.

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2009/05/07

166megaherzens plattenkiste IX

Freunde, ich bin Fan von Kevin Saunderson und Paris Grey aka Inner City, schon lange. Früher noch eher unterbewusst mit Schnulli im Mund, während das Radio lief. Heute ehrlich und aufrichtig. Für mich perfekt verkitschte late-80s-Dancemusik. Es gibt da massig Remixe zu, auch gute. Surft mal das Netz, wenn's denn gefällt oder schaut hier. Video von einem cinematographischen Standpunkt aus betrachtet natürlich auch großartig:

raum und zeit / rhythm and sound / love * 2

Freunde, ach. Es gibt so viel scheiß Musik. Daneben gibt es auch gute Musik. Meist weniger als scheiß Musik. Problem: immer noch so viel, dass man nicht alles hören kann, zumal immer mehr dazu kommt, weil die Menschen ständig Musik machen und sie darüber hinaus speichern, man also Musiksachen aus vorherigen Jahrhunderten hören kann. Ein weiteres Problem ist der Facettenreichtum der Musik. Eigentlich interessiert mich alles außer Schlager und Radionachmittagsmainstreamexkremente - da muss einem bei Dauerkonsum zwingend das Gehirn rausfallen, meine These. Jedenfalls kann ich nicht Genreexperte werden, weil ich so interessiert bin. Das heißt heute höre ich Techno, morgen Singer-Songwriter-Emo-Shizzo. Dann wird das wieder langweilig und ich lasse Debussy klimpern oder Coltrane blasen, bis mir das wieder auf den Geist geht. Ich weiß nicht: Ist das schlimm, diese pathologische Sprunghaftigkeit? Weil meist ist es ja so, dass sich Nischenexperten gut mit den passenden Nischenexperten verstehen, sich eventuell verlieben, Kinder bekommen etc. Mir bleibt das verwehrt. Wobei: ich bin schon in liebevollen Händen. Das ist ganz toll, weil ich meine Leidenschaft für Musik dann derart menschennah kanalisieren kann, dass da auf ein immer starkes Mitteilungsbedürfnis musikaffine Ohren treffen, die immer offen sind und nicht verstopft von Schlager oder Radionachmittagsmainstream. Über Musik reden, glaube ich, kommt bei mir nämlich psychotherapeutischen Wohltaten gleich, ist insofern meine Couch. Diese zum Beispiel:

last time, i promise: cdu-nadelstreifen und internetinhaltskontrolle

Freunde, das letzte Mal Kinderpornographiesperrgesetz, ich kann's ja auch schon nicht mehr hören, lesen, sehen. Nachdem ich heute jedoch fast den bundestagsdebattenanzeigenden Fernseher einschlagen musste, während der den schleimigen Betroffenheitsschwachsinn des Ingo Wellenreuther_CDU/CSU abbildete (Plenarprotokoll wird noch nachgereicht), ist das nochmal angezeigt. Das war denn auch die Strategie der CDU/CSU-Fraktion in der Debatte: konsequent auf keines der kritischen Argumente eingehen und schön wider besseres Wissen predigen, dass die Kinder davon ja ungemein profitieren werden, wo doch so viele schlimme Menschen massenhaft täglich klicken. Wusste insbesondere Michaela Noll zu berichten, die in jedem zweiten Satz nicht müde wurde zu betonen, dass sie ja Familienpolitikerin sei und das alles deshalb ganz besonders wichtig und toll finde. Peristaltik rückwärts galore!

Interessantes CDU-Argument auch: Die meisten aller anderen EU-Länder machen das doch auch!
Liebe Christdemokraten: Wie war das noch gleich mit dem Mindestlohn?

(Wenn ich mich bei Mutti immer beschwerte, dass Schmidts Blagen viel länger draußen spielen durften als ich, sagte Mutti immer nur: Wir sind aber nicht Schmidts!)

Abschließend:
Frank Patalong bei SpOn, inkl. empirischer Unterstützung durch Nutzer-Umfragen.
Und natürlich die unvermeidliche Online-Petition, die sicherlich von der Kinderpornographiemassenindustrie mit den Milliardenumsätzen fingiert wurde, 40.000 Mitzeichner and still counting. Mitzeichnen, bitte, danke.

P.S.:
Nette Anekdote am Rande:
Dass die Bundesregierung mal "am eigenen Leib" erfährt, wie toll ihr (Telemedien-)Gesetz ist, zeigt sich jetzt im den E-Petitionen angegliederten Forum, wo von den Moderatoren jetzt eine Erstellung neuer Themen/das Posting von URLs untersagt wurde, weil:
"Nach der Rechtsprechung bestehen beim Setzen von Links im Internetangebot zumutbare Prüfungspflichten, deren Verletzung zu einer Störerhaftung führen kann. Diese Prüfungspflicht besteht auch für die Veröffentlichung von Internetadressen (URL), ohne dass diese verlinkt sind. Eine Überprüfung der von Ihnen in den öffentlichen Petitionen und Diskussionsforen eingestellten URLs durch die Moderatoren ist jedoch nicht möglich, so dass die Verwendung von URLs gänzlich untersagt ist."
Deswegen werden Kommentare in diesem Blog im Übrigen auch nicht direkt veröffentlicht, sondern erst nach juristisch betreuter Inhaltskontrolle durch 166mhz. Wo kämen wir sonst hin?

P.P.S.:
Gut: Die Videos aus der Debatte gibt's bei Netzpolitik.

2009/05/06

the golden silvers

Freunde, England, London, funkydiscocatchy, 80s, ja.
Album: True Romance. Label: XL Recordings.



MySpace. Songs.

2009/05/05

hilfe: internet, blogs, wikis, open source!

Freunde, die etablierte (geprintete) Medienmacht fährt momentan einen Kreuzzug gegen warnt derzeit eindringlich vor dem nächsten gefährlichen großen Ding, das aus dem Dschungel kam:

WWW und seine hirnlosen Apologeten, die der "intellektuellen Finsternis" entgegen fiebern, weil sie YouTube schauen, Blogs lesen (da schreiben dumme "Jedermann-Reporter"), sich am "unlektorierten Mitteilungsbedürfnis der Nutzermassen" erfreuen und nebenher Kopien stehlen (sic!), die eigentlich verkauft werden müssten.

Susanne Gaschke, die ich bislang sehr schätzte (ein großer, wunderbarer Entschleunigungs-Artikel von ihr hängt an meiner Abstellraumtür), ist die neue Speerspitze derjenigen, die das Ende der abendländischen Kultur nahen sehen, insofern Kultur immer nur als Ware verstehen.

In der FAS geht Frau Gaschke noch einen Schritt weiter und gibt sich alamiert, weil sie das Internet nicht versteht. Bei einem Atomkraftwerk sei das nicht so schlimm, da man da ja nicht jeden Tag mit zu tun habe. Aber beim Internet: Gefahr, Gefahr, unreflektierter Alltagsgebrauch! Dass Gaschke vermutlich auch nicht die Funktionsweise ihrer Espressomaschine versteht, bleibt natürlich unerwähnt.

Interessant weiter: Gaschke findet ein "kennzeichnendes Vokabular", das die "Eingeborenen des Netzes" verwenden, um ganz unter sich zu sein:
Ein Kennzeichen der Netzbewegung ist ihr hermetisches Vokabular: Wer weiß, was Wikis und Blogs sind, Cookies, Tools, Open Source Software und soziale Netzwerke, der kann seine Zugehörigkeit zur Fortschrittspartei nachweisen. Natürlich muss man alle diese neuen Funktionen irgendwie nennen, aber die Begeisterung, mit der dieser Jargon benutzt wird, als ob jeder ihn verstehen müsste, dient vor allem der Abgrenzung zu Uneingeweihten. Dass die Uneingeweihten meistens etwas älter sind als die vielbeschworenen „digital natives”, die „Eingeborenen des Netzes”, die mit der digitalen Technik bereits aufgewachsen sind, liegt auf der Hand. In vielen Artikeln, PR-Veröffentlichungen über die gesellschaftlichen Wohltaten von Software-Unternehmen und in Interviews mit Medienpädagogen wird zusätzlich versucht, einen Generationenbruch herbeizureden: Eltern und vor allem Lehrer bräuchten in den neuen Technologien „Nachhilfe” von ihren Kindern.
What the fuck!?: Wenn ich "Blog" sage, will ich mich von "Uneingeweihten" abgrenzen? Wer ist das denn bitte schön, die "Uneingeweihten"? Mein Opi weiß, was ein Blog ist, liest diesen und wenn er nicht kapiert, was ich schreibe, ruft er mich an (via VoIP, oh my f* god!).
Und überhaupt, diese Juristen, Linguisten, Beamte, Ingenieure, Journalisten: Wollen sich ja alle bloß abgrenzen mit ihrem komischen Vokabular!

Es geht weiter mit Banalitäten und Zahnschmerzen:
Das Internet kann am besten nutzen, wer dafür die besten Voraussetzungen hat: Lesekompetenz, Urteils- und Konzentrationsvermögen. All das lernt man womöglich gar nicht so gut am Computer. Die Netzapologeten tun aber so, als seien diese wertvollen Fähigkeiten in der Technik selbst aufgehoben. Dabei hätten viele Nutzer es bitter nötig, erst einmal draußen im wirklichen Leben das zu lernen, was ihnen das Netz dienstbar machen könnte.
Wo steht denn bitte geschrieben, dass die bösen "digital natives" sich dafür einsetzen die Grundschule abzuschaffen und das Embryo im Uterus schon via VDSL-Leitung twittern zu lassen? Ob ich mir ein Buch anschaue oder einen Blog: Sicher, Susanne, wer lesen kann, hat Vorteile. So what?

Im Zweifelsfall natürlich humboldtscher Bildung (leider nicht mehr für lau) bedürftig und ein großes Problem:
Blasse Nerds, junge Männer, eigentlich noch Kinder, die wenig "draußen", im "wirklichen Leben", sondern süchtig nach WoW sind und evtl. Amok laufen oder die Musikindustrie via Pirate Bay versenken.

Dabei ist diese Trennung innen/außen/wirkliches Leben/Internet schon hirnlos: Wenn ich im unwirklichen Leben (virtuell, Internet!) Pizza bestelle, klingelt es 45 Minuten später im wirklichen Leben an meiner Tür. Crazy unwirklich dieser Vorgang!

Und dann noch, weiter die Litanei der Gaschke vom kulturellen Weltuntergang:

Im Netz sind nur Männer unterwegs, es zwingt uns zum Daueronlinesein und lässt uns das Essen vergessen, macht uns in der Konsequenz krank, ein Ausstieg ist beinahe unmöglich, weil alle ja (jederzeit) mitmachen (müssen). Ein ideologisches Heilversprechen sei es, das Internet.

Abschließend die beruhigend vernünftige Erkenntnis:
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Ja, gut. Demnächst einmal über Licht schreiben und den Schatten etwas professioneller ausleuchten, liebe Susanne Gaschke. Danke.

Eine weitere Replik.

Und noch eine.
Diese auch noch.

166megaherzens plattenkiste VIII

Freunde, heute: Tom Waits. Bin Fan, natürlich. Empfehle euch das wunderbare Brawlers/Bawlers/Bastards-Trippelpack namens Orphans. Oder auch Rain Dogs, dann erinnert man sich ggf. noch stärker an gute Filme von Jarmusch Jim. Diese waren dann auch wohl meine erste Motivation, mich mal eingehender mit dem musikalischen Schaffen dieses floskelalarm! Ausnahmekünstlers zu befassen. Bei mir ist das hin und wieder so: Film gesehen, gut gefunden, Musik bemerkt, gut gefunden, gesucht, gefunden. Bei Tom Waits am großartigsten ist natürlich seine Stimme. Die klingt nach viel verbotenenen Handlungen bzw. Lebenserfahrung und kann wunderbar verschiedene Laute erzeugen. Meine Idealvorstellung geht so, dass Tom Waits mein Opa ist und mir jeden Abend Grimms Märchen vorliest.

2009/05/04

klingende warenfetische zu wochenbeginn



Freunde, jetzt mal popkulturell gesprochen: Halbwertzeitberechnungen bei Musikgeilfinderei sind äußerst müßig. Als Dauerkonsument, seriously addicted to Krach & Sounds gewissermaßen, teste ich oft nur kurz an, spucke dann aus oder gaumiere genüsslich weiter. Dennoch: wenig bleibt auf Jahresdauer in meinen Abspiellisten. Dies nur als sticky Disclaimer für euphorisch geschwängerte You-Have-Listen-To-This-Kids-Posts.

Jedenfalls: Ich habe heute mal die Promopost gecheckt und kurz Pitchfork/Spiegelwigger konsultiert. Blogauswertung kommt im Laufe der Woche.

(1) Japandroids - Rockers East Vancouver
Ja, also: Blink 182 mit Schrammelshoegazeflavor und ein bissel mehr Sinn für interessante Akkorde Schrägstrich Melodien. Komischerweise finde ich das heute fetzig. Klingt wie ich das vor ein paar Jahren mit ein wenig mehr Wut und Trinkfestigkeit noch besser gefunden hätte. Böse Zungen meinen denn auch, ohne Pitchfork-support würde das niemanden auch nur im geringsten an irgendeiner Stelle jucken. Whatever: me likey.
Album heißt: Post-Nothing. Endlich mal eine Rezensionshilfe. MySpace.

(2) Telefon Tel Aviv - The Birds
Tragisch: Telefon Tel Aviv waren mal zwei, dann tödlicherweise eins, jetzt wieder zwei. Sagt uns in Bezug auf das musikalische Werkeln der beiden (teilweise verstorbenen) Amerikaner jedoch wenig. Einige Alben schon outgeputtet, verhandelt wird das unter AmbientTechnoElektronikfachmarkt. Die neueste Scheibe ist bei Ellen Alliens BpitchKontrolleuren erschienen. Ich mag den ersten Track, Die Vögel. Kaufen bei Ellen. MySpace.

(3) Bill Callahan - Jim Cain
Begnadeter Singer-Songwriter, dessen vokales Timbre - das sagen Musikchecker, wenn sie danach gegoogelt haben oder Klangfarbe meinen - mir grundsätzlich das Emosalzwasser in die Äuglein treibt. Callahan macht schon ziemlich lange Musik, weitgehend lief das bislang unter dem Synonym Smog. Erinnert mich entfernt an meinen Freund und Melancholiechefverwalter der ersten Wahl Aidan Moffat of Arab Straps fame. Erschienen ist das Album Sometimes I Wish We Were an Eagle bei Drag City. MySpace.

(4) Dj Hell - The Angst
Hell Yeah! Helmut Josef Geier, das behaupte ich einfach mal frech, legt mit Teufelswerk sein magnum opus vor. Vollgepropft mit Musikzitaten aus den 70ern und 90ern, Strom aus dem Kraftwerk, Stimmen von Bryan Ferry, P Diddy. Ein Clubalbum (Nacht), ein Ambientalbum (Tag) u.a. zusammen mit Peter Kruder gebastelt. Sehr aufregend, sehr sexy, sehr hörenswert. Und der Michalsky macht die Klamotten dazu (andersrum), die ich mir leider nicht kaufen kann. MySpace.

(5) Peaches - Serpentine
I Feel Cream, meint Peaches oder nennt so zumindest ihre neue LP. Und die Typen und Tusen von der ZEIT belohnen die Dame mit Titelfame und Feuilletonplätzen, während Intro intim wird und gleich in Frau Niskers Zimmer in Prenzlauer Berg weitgehend ohne Zutaten kocht. Im Mainstream angekommen? Wir erinnern uns: Fuck The Pain Away/Lovertits, 2000, Kitty-Yo, reichlich Scharmbehaarung und queere Aufmerksamkeit - damit fing dit an. Die neue Platte klingt wieder ganz anders und man muss nur die Produzenten nennen, um zu wissen wie: Simian Mobile Disco, vornehmlich, und Digitalism, Soulwax. Bin mir unschlüssig, ob ich das sexy finde. Klingt irgendwie wie anno 2006, New Rave neu verwurstet, jedenfalls sehr tight produziert. Was es raushaut: die Wortbeiträge von Peaches. In Gänze bleibt der ZEIT-Schreck. MySpace. Kaufen bei XL Rec.

Ich könnte weiterschreiben, stoppe aber. Nur eine Anmerkung noch: nach einem Durchlauf verstehe ich den Hype um Wolfgang Amadeus Phoenix noch nicht vollends. Dennoch, Berliner: Spex Live natürlich Pflichttermin.

kulturgüterlove in zeiten der mp3

Freunde, ich hoffe, der folgende Text ist Ende letzter Woche in Münsters bestem Stadtmagazin, (das ihr immer lesen solltet und das neben mindfuckin' Wahrheiten für den Leser ab und an gar einen Teebeutel bereit hält) erschienen und ich darf ihn somit hier online stellen, ohne Ärger mit Cheffe zu bekommen (@Cheffe: das war doch die Absprache, oder?).
Vorteil dieser Onlineveröffentlichung sind die enthaltenen Sprungmarken, ein Video, das ich bei Carta geklaut habe (danke, Carta) und natürlich das verbürgte "unrated"-Rating, das ich dem Text geben kann:


Die GEMA zofft sich mit YouTube um Lizenzkohle für Musikvideos, in Schweden soll an ein paar mächtigen Bittorrent-Piraten vor Gericht ein Exempel statuiert werden und Dieter Gorny, Chef des deutschen Musikindustrieverbandes, weint über zu wenig Merkelsupport im Kampf gegen die fiesen Filesharer: Der Diskurs über die finanzielle Verwertbarkeit von digitalen Kulturgütern im Internet brennt heiß, und das nicht erst seit heute. Der Konflikt zwischen Künstlern, Industrie, Verwertungsgesellschaften und Konsumenten (aka Usern) ist ungelöst und sein Kern betrifft die eigentliche Idee des Internets.

„The internet is a copy machine. At its most foundational level, it copies every action, every character, every thought we make while we ride upon it.“, sagt Kevin Kelly, Herausgeber des amerikanischen Wired Magazine und anerkannter digital culture Guru. Und weil die Kopie durch das Internet unendlich vervielfältigt und beschleunigt werden könne, im Überfluss überall verfügbar werde, sei sie letztlich wertlos. Wenn die Kopie wertlos sei, müsse man versuchen, Dinge zu verkaufen, die nicht kopierbar sind, meint Kelly. Authentizität, Unmittelbarkeit, Personalisierung und Verkörperung seien zentrale Werte, die nicht kopierbar und somit wertvoll sind.

Dass Kellys These den Praxistest durchaus besteht, weiß jeder, der gerne Livekonzerte besucht: Die Zuschauerzahlen sind weitestgehend stabil, während die Preise nicht gerade gesunken sind. Insbesondere zeigt sich das jedoch nicht bei den kleinen Indiekonzerten, für die man in AMP oder Gleis zwischen sechs und zwölf freundliche Euro über den Tresen schieben muss, sondern bei den großen Playern im Business. Madonna oder Bruce Springsteen beispielsweise leiden am meisten unter den Folgen der digitalen Revolution und verlangen für ihre Livespektaktel mittlerweile Ausgleichsgebühren für die man fast Pauschalurlaub buchen könnte - die Leute zahlen trotzdem.

Fragt man den jungen, aufstrebenden Solo-Künstler, was er davon hält, dass man sein neues Album, für dessen Produktion er aus eigener Tasche vierstellige Beträge hingeblättert hat, innerhalb von Sekunden kopieren und frei um die ganze Welt schicken kann, dann zögert der Mann zunächst. Schließlich, vorsichtig:
„Wäre ja schon cool, wenn man mit dem Verkauf der Kunst auf Tonträgern wenigstens einen Teil der Kosten wieder rein bekommt.“ Die Livegagen gingen ja eh für Transport, Butterbrot und Bier drauf.

Andere Musikschaffende haben sich vollends vom alten Modell der Musikdistribution verabschiedet und setzen auf die Liebe der Fans und die neuen Möglichkeiten des Netzes. Die ex-4AD-Band Celebration aus den USA kündigte dem berühmten Indielabel und war so begeistert von der neuen Freiheit (des Internets), dass man das kommende Album jetzt sukzessive über die eigene Homepage vertreibt. Für lau, versteht sich, Liebesbeweise aus Geld sind willkommen.

Die Musikindustrie hingegen klammert sich an das bewährte Geschäftsmodell und mahnt die Filesharer reihenweise ab, um es profitabel zu halten. Das sieht der Ex-Universal und jetzige Chef von Motor Entertainment Tim Renner als ihre großes Problem:
„Das Geschäftsmodell der Musikindustrie besteht im Bundle, sie verkauft dem Konsumenten 10-12 Titel als Album, wo der vielleicht nur 2-3 haben will.“ Das Internet mache als Kommunikationskanal für die Industrie nur Sinn, wenn sie den Konsumenten die Vorteile des Internets nutzen lasse. Freie Auswahl und freier Zugriff zu jeder Zeit müssten verwirklicht werden, so Renner. Die Industrie habe sich zu spät auf das Distributionsmittel Internet eingelassen und sie könne dort erst dann Geld verdienen, wenn ihr Angebot besser sei als das der Piraten. Dieses sei im Zweifel immer schneller, da die Industrie zur Chartoptimierung ihre Ware nicht veröffentliche, aber dennoch via Radio und Print kommuniziere, glaubt Renner.

Hier kommt nun das viel diskutierte und in seinen zahlreichen Varianten durchaus komplexe Modell der Kulturflatrate ins Spiel, vereinfacht gesagt: Freier, legaler Zugang zu digitalen Kulturgütern für alle gegen eine Zwangsabgabe. So sexy und einleuchtend die Idee klingt, so schwierig ist seine (technische) Umsetzbarkeit: Wer kassiert, anhand welcher Kriterien, wie wird kontrolliert, wie wird verteilt? Kritiker glauben, die Kulturflatrate sei nur mit massiven Eingriffen in die so genannte Netzneutralität, die neutrale Datenübermittlung im Netz, möglich. Feindbild ist eine autoritäre Monopolorganisation, die die Flatrate verwaltet, ihre Inhalte festlegt und gleichzeitig das Internet kontrollieren muss.

Es gibt momentan noch keine befriedigende Antwort auf die Frage nach Chancen und Risiken der finanziellen Verwertbarkeit von Kulturgütern im Netz. Fest steht: Für die heranwachsende, mit dem Internet sozialisierte Generation ist es keinesfalls „normal“ oder die Regel, Geld für die Lieblingsmusik auf den Tisch zu legen. Das hat schon jetzt Konsequenzen für diejenigen, die Geld mit Kulturgütern machen wollen. Die Kultur wird daran nicht zugrunde gehen. Sie hat nur einen neuen, unendlich großen Verbreitungsplatz gefunden, der von immer mehr Menschen einsehbar ist, ganz gleich, ob sich diese ihren Sitz- und Sehplatz „leisten können“ oder nicht.



Weiterführende Links:
"Die Zeit" und die "intellektuelle Finsternis"
Kostenlos-Kultur ≠ Urheberrechtsverletzung: 10 Thesen zum Modernisierungsversagen der Medieneliten
Musikwirtschaftshearing: Denkt Euch ein neues Urheberrecht!